Breisacher Brunnen

Kugelbrunnen Der Kugelbrunnen steht am Neutorplatz. Die Kugel des Brunnens ist aus Jaspis. Das macht sie ziemlich wertvoll, weil sie wirklich groß ist.

Das Neutor existiert nicht mehr. Dennoch wird der Platz des ehemaligen Neutors heute noch so genannt.

Brunnen am Kupfertor Beim Kupfertor steht ein Brunnen mit einem Seiltänzer. Er wurde von dem bekannten Bildhauer Lutz aus Breisach geschaffen. Der Brunnen wurde so gestaltet, weil das Haus gegenüber dem Brunnen der Artistenfamilie Traber gehört, die schon seit langer Zeit in Breisach residiert.

Andererseits sieht der Seiltänzer ein bißchen nach Gaukler aus, weil in Breisach die "Fasent" (wird nur in Breisach so genannt!) durch die Narrenzunft und andere Narrennester (Im Kupfertor sind die Zunftlokale der Narrennester "Algerio" und "Hofnarren", im Spector befindet sich die Zunftstube der Narrenzunft) auf einem "Gauklertag" gefeiert wird.

Europabrunnen Geprägt von den Eindrücken des 2. Weltkrieges feierten die Breisacher Bürger im Juni 1945 mit französischen Soldaten einen gemeinsamen Gottesdienst. Vorträge im Jahre 1949/50 zur Europaunion begeisterten einige Breisacher Bürger und fanden breite Zustimmung. Und im Frühjahr 1950 entschied der Europakonkreß in Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Eugen Kogon in Breisach eine Probeabstimmung zur Bildung eines "Bundesstaates Europa" zu machen. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung nahmen den Vorschlag gerne an. Die Frage lautete: "Sind Sie für die Beseitigung der politischen und wirtschaftlichen Grenzen innerhalb Europas und für den Zusammenschluß aller europäischen Völker zu einem europäischen Bundesstaat?" Zur Zeit der Abstimmung lebten die Breisacher noch in den Trümmern ihrer Häuser. Für die Abstimmung wurde mit Plakaten, Aufrufen und Vorträgen geworben und am Abend vor der Abstimmung riefen der Staatspräsident Leo Wohleb und Prof. Dr. Eugen Kogon persönlich auf einer Veranstaltung auf dem Münsterplatz zur Wahl auf. Die Breisacher Bürger stimmten am 9. Juli 1950, als erste in Europa, für die Bildung eines europäischen Bundesstaates. Es beteiligten sich 87,5 % der Bevölkerung an der Wahl und es stimmten 95,6 % für ein vereintes Europa. Genau ein Jahr später, dem ersten Jahrestag der Abstimmung, wurde in einer kleinen Feierstunde von dem Münsterpfarrer August Müller am ewigen Licht des Münsters eine Kerze entzündet. Mit dieser Kerze entzündete er am späten Abend vor dem Münsterportal Fakeln, die von einer Stafette aus jungen Männern zum Eckartsberg gebracht wurden. Auf dem Eckartsberg wurde mit den Fackeln Öl in einer Schüssel entzündet. Diese Flamme brennt heute als grünes elektrische Licht weiter und erinnert an das Ziel ein gemeinsames Europa zu schaffen. Zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag wurde im Juli 1962 der Europabrunnen auf dem Werd errichtet. Ein Menschenpaar aus Bonze schreitet gemeinsam nach Europa.

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